Baumriesen aus vergangenen Zeiten, Hutewald Halloh in Bad Wildungen


Vor 3 Jahren war ich das erste Mal im Hutewald Halloh. Er liegt in der Nähe des Edersees und die große Herausforderung war, diesen überhaupt zu finden. Aber erst mal die Frage:
Was ist ein Hutewald?
Als ich davon las, wunderte ich mich auch über diesen komischen Begriff. Sein Name kommt vom alten Wort Hutung, die Tiere hüten.

In Hutewälder wurden in den vergangenen Jahrhunderten Nutztiere getrieben. Ziegen, Schweine und manchmal auch größere Tiere wurden in die damaligen Urwälder geführt. Freie Wiesen oder Weiden gab es früher nicht, wie es heute der Fall ist. Die Tiere knabberten dort den Boden frei, es entstanden lichte Wälder mit gewaltigen frei stehenden Bäumen. In Südeuropa gibt es diese Tierhaltung noch heute.

Eine der bekanntesten verbliebenen seiner Art in Deutschland ist der Hutewald Halloh in Albertshausen in Hessen. In dem nur 300 mal 300 Meter breiten Wald stehen verschiedene über Hunderte von Jahren alte Buchen. Einige Bäume sind hohl, einige sind zerfallen, und andere zeigen skurrile Formen wie aus dem Fangornwald der Herr der Ringe-Filme. Bei einem Termin war ein Teil des Waldes mit einem kleinen Weidezaun abgesperrt: Hier rannten Ziegen rum und knabberten den Boden frei. So wird die Geschichte wieder lebendig.

NIKON D5300 | 1/20 sec | f/4.8 | ISO100 | 11.0 mm |
NIKON D5300 | 1/15 sec | f/22 | ISO100 | 10.0 mm |
X-T2 | 1/90 sec | f/5.6 | ISO400 | 12.0 mm |

Die Magie des Wäldchens mit seinen alten Bäumen erfasst mich immer wieder. Ich war jetzt 3 Mal hier, fast immer bin ich alleine. Der Wind raschelt in den Blättern, Ruhe und Natur empfängt mich in diesem Wald. Waldbaden ist seit 2019 der neue Trend, und genau hier kann ich mir vorstellen, wie der Wald einem neue Energie gibt.

NIKON D5300 | 1/100 sec | f/5.0 | ISO100 | 10.0 mm |
NIKON D750 | 1/100 sec | f/4.0 | ISO400 | 120.0 mm |
NIKON D750 | 1/125 sec | f/4.0 | ISO640 | 58.0 mm |

Profi-Tipp:
Wälder und Bäume sind fotografisch eine große Herausforderung. Es herrscht ein Chaos aus Ästen und Details. Ich nutze hier gerne Weitwinkel-Objektive. Diese lässt die gewaltigen Bäume klein erscheinen, durch die Verzerrung der Proportionen kann der Wald damit dramatischer gezeigt werden. Aber Vorsicht, vor allem der Einsatz von Weitwinkeln im Wald kann diesen noch chaotischer im Foto zeigen.

Als Alternative nutze ich auch gerne leichte Teleobjektive. Diese verdichten die Atmosphäre und erzeugen spannendere Bilder. Ich suche kleine Details wie die mächtigen Wurzeln der alten Bäume heraus.

Von der Tageszeit her fand ich es morgens/abends am spannendsten, vor allem da ich alleine im Wald unterwegs war. Aber es wurde dann schnell zu dunkel, um noch vernünftig fotografieren zu können. Daher habe ich die Bilder am Vormittag oder am Nachmittag fotografiert.

Anfahrt/ Parken:
Adresse: Von Reinhardshausen erfolgt die Anfahrt nach Albertshausen, 34537 Bad Wildungen. Auf Höhe der Reinhardshäuser Straße 31, kurz vor Ortsende, biegt links an einem Hof eine kleine Straße ins Feld ab. In der Mitte des Feldes steht der Hutewald Halo. Hier kann man links am Wald rumfahren und hinter dem Wäldchen parken. Vorbei an der Schranke gelangt man auf eine Lichtung. Die alten Bäume stehen auf der linken Seite.

Koordinaten:
Hier findet Ihr einmal die Koordinaten für den Parkplatz und meinen Fotopunkt.
Parkplatz: 51°06’31.0″N 9°02’52.0″E
Fotopunkt: 51°06’36.0″N 9°02’51.5″E

Hinweis:
Der Hutewald liegt im Vogelschutzgebiet Kellerwald. Daher ist der Drohneneinsatz hier leider nicht erlaubt. Und auf meinen Clip bei Youtube habe ich auch den Hinweis bekommen: Im Video stehe ich auf den bemoosten Wurzeln, was nicht in Ordnung war.
Beim nächsten Mal will ich hier aufmerksamer unterwegs sein.

NIKON D5300 | 1/4000 sec | f/4.5 | ISO250 | 10.0 mm |
NIKON D5300 | 1/160 sec | f/5.6 | ISO250 | 18.0 mm
NIKON D750 | 1/80 sec | f/4.0 | ISO160 | 62.0 mm |






4 Comments


Ilona
16. November 2021 at 6:32
Reply

Toller Tipp.



    Andreas Pacek
    13. November 2022 at 17:01
    Reply

    Danke für dein Kommentar, ist ein echter schöner kleiner Ort.

Timo Matrena
10. Februar 2020 at 7:13
Reply

Hallo Andreas,

du kennst auch

https://www.hutewald-basdorf.de/

am Edersee. Er ist ein wenig größer und auch sehr schön.

Gruß

Timo



    Andreas Pacek
    15. Februar 2020 at 9:32
    Reply

    Hallo Timo, Danke für dein Kommentar, ist der erste überhaupt.
    Danke für den Link, sehr interessant, ich kannte diesen Wald noch nicht.
    Ich hatte vor einigen Jahren auch ein Projekt für ein Buch über Landwirtschaft,
    wo wir einen Schulbauernhof lange begleitet haben. Dort gab es auch die
    Schwäbisch-Hällischen Landschweine. Ich muss mir mal die alten Fotos noch mal ansehen.

    Hier noch mal ein Link dazu:
    Wo Milch, Wurst und Wolle wachsen.
    viele Grüße
    Andreas

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