Längster Tag des Jahres Tour, Mosel 2, Beilstein


Ich liebe besondere Roadtrips. 2019 wollte ich am längsten Tag des Jahres eine Fototour machen. Zur Sonnenwende am 21.Juni ist der Tag am längsten und und die Nacht am kürzesten. An der Mosel ist es dann mit der Morgen- und Abenddämmerung fast 18 Stunden hell. Die „Längster Tag des Jahres Tour“ war geboren. David und ich starteten unseren Roadtrip an der Mosel. Nach dem ersten Stopp am Ausoniusstein sind wir zügig weiter gefahren nach Beilstein. Da wir am Ausoniusstein auf 227 Meter Höhe waren und wir damit den Sonnenaufgang früh gesehen haben, hatte ich die Hoffnung, in Beilstein noch mal den Sonnenaufgang zu genießen. Was ich damit meine? Wenn ich unten im Tal bin, braucht die Sonne viel länger, um ihre Strahlen über die Berge ins Tal zu senden. Unten sehen wir den Sonnenaufgang fast eine Stunde später.

Um 07:00 Uhr kommen wir im 30 Kilometer entfernten Ort Ellenz-Poltersdorf an. Wir halten bei der Fähre hinter dem Ort. Parken ist hier am Rand der Bundesstraße 49 schwierig, aber um diese frühe Zeit sind wir fast alleine unterwegs. Hier stehen wir direkt gegenüber dem kleinen Ort Beilstein. Die Sonne kommt gerade über den Berg. Auf der linken Seite gibt es am Hügel einen schönen Lichtreflex der aufgehenden Sonne. Wir erwischen einen weiteren schönen Sonnenaufgang mit schönen Bildern.

Beilstein trägt seinen Spitznamen „Dornröschen der Mosel“ nicht umsonst. Vor allem der Blick über die Mosel zeigt das wunderschöne Ensemble aus Fachwerkhäusern, der Karmeliterkirche und der Ruine Metternich. Der Blick übers Wasser finde ich meistens am schönsten. Es ist genug Platz, das Bild zu gestalten und häufig liegen die schönsten Gebäude am Wasser. Wer Zeit hat, sollte sich die Zeit nehmen, den Ort in Ruhe zu erkundigen. Zwei weitere schöne Aussichtspunkte liegen oberhalb der Kirche vom Moselsteig aus und auf der gegenüberliegenden Seite oberhalb der Ruine Metternich.

X-T2 | 1/350 sec | f/6.4 | ISO400 | 10.0 mm |
NIKON D750 | 1/800 sec | f/4.0 | ISO200 | 82.0 mm |

Profi-Tipp
Den schönsten Blick gibt es aus der tiefen Position vom Ufer aus. Kapp über dem Wasser mit Gräsern am Rand ergeben sich schöne Bilder. Am Rand verläuft noch eine Stromleitung, die das Bild stört. Hier muss man schauen, ob man diese ausblenden kann. Falls der Campingplatz geöffnet ist, lohnt sich ein Besuch: Hier können schöne Stege in den Vordergrund genommen werden.  Langzeitbelichtungen, beispielsweise durch den Einsatz eines Graufilters und Statives, können noch schönere Bilder ergeben.
Brennweiten: 10 mm bis 24 mm.

NIKON D700 | 8.0 sec | f/10 | ISO200 | 24.0 mm |
NIKON D700 | 1/250 sec | f/6.3 | ISO200 | 12.0 mm |

Beste Zeit:
Die beste Zeit ist der Sonnenaufgang, diese geht hinter Beilstein auf. Aber auch die Abendsonne, die mit den letzten Strahlen den Ort anleuchtet, kann ein schönes Licht ergeben. Steht man auf der anderen Flussseite oberhalb des Ortes, ist der Abendtermin am schönsten.
Das schönste Bild, das ich von Beilstein gesehen habe, war ein Winterbild. Der Ort und die Weinberge waren weiß angezuckert, weiße Wolken verzierten den Himmel und die Morgensonne ließ das ganze Bild leuchten.

Anfahrt/ Parken:
Ellenz-Poltersdorf, Campingplatz Happy Holiday

Parken ist gegenüber Beilstein schwierig, es gibt keinen offiziellen Parkplatz. Hinter Ellenz-Poltersdorf kommt der Campingplatz Happy Holiday auf der Moselweinstrasse (B 49). Daneben liegt die kleine Fähre nach Beilstein. Die wenigen Parkplätze sind den Gästen des Campingplatzes vorbehalten. Für einen kurzen Stopp haben wir am Rand der Bundestraße gehalten.







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