Der Wachtfels bei Obersteinbach ist ein grandioses Felsentor – ich liebe diese Felsen aus rotem Buntsandstein.
Für meinen neuen Besuch im Winter im Pfälzer Wald suchte ich nach spannenden Felsen und Orten, die ich noch nicht besucht hatte. Über Instagram bekam ich den Tipp zum Wachtfels. Auf dem Wachtfels bei Wernersberg steht im Winter ein großer Weihnachtsbaum und er ist ein beliebtes Fotomotiv. Bei meiner Internet-Recherche stieß ich jedoch auf einen weiteren Wachtfels, der mich sofort fasziniert hat. Das Bild zeigt ein Felsentor, das hoch über einem Ort thront und eine außergewöhnliche Perspektive bietet. Dieser Fels – der Rocher du Wachtfels – bietet ein grandioses Felsentor – der Wachtfels bei Obersteinbach – liegt in Frankreich, aber dennoch ganz nah am Pfälzer Wald. Eine kurze Fahrt lohnt sich also.
Wo liegt der Wachtfels bei Obersteinbach?
Der Wachtfels steht oberhalb von Obersteinbach im Département Bas-Rhin im Nord-Elsass, eingebettet in den Naturpark Nordvogesen.
Die geologische Landschaft gehört zum selben Buntsandstein-Gebiet wie der benachbarte Pfälzer Wald. Beide Regionen sind Teil des Wasgaus (französisch Vasgovie), einer deutsch-französischen Mittelgebirgslandschaft. Obersteinbach ist ein kleines Dorf mit rund 230 Einwohnern. Es liegt im Tal des Steinbachs, geprägt von alten Fachwerkhäusern, und dient als Ausgangspunkt für verschiedene Wandertouren. Die deutsche Grenze ist nur etwa einen Kilometer Luftlinie entfernt. Von Schönau in der Pfalz über Hirschthal benötigte ich mit dem Auto knapp 20 Minuten bis Obersteinbach.
Was macht den Wachtfels besonders?
Der Wachtfels ist nicht besonders groß; der Durchbruch des Felsentores ist etwa zwei bis drei Meter hoch. Seine Besonderheit liegt in Form und Lage. Viele Felsen oder Felsentore liegen tief im Wald und sind nur aus der Nähe sichtbar. Der Wachtfels hingegen thront an einer Hangkante mit freiem Blick auf den Ort und das Tal. Das Felsentor wirkt wie ein natürlicher Rahmen für Landschaft und Dorf. Daraus ergeben sich interessante Bildkompositionen – sowohl für klassische Landschaftsaufnahmen als auch für Detailaufnahmen der Felsstruktur. Vom Felsen aus eröffnen sich mehrere Blickrichtungen: ins Tal, entlang der Waldkanten oder mit Blick auf den Ort.
Anfahrt und Parken
Wachtfels Obersteinbach
49 Rue Principale, 67510 Obersteinbach, Frankreich
- Parken an der Rue Principale
- ca. 1 km Fußweg
- ca. 80 Höhenmeter Aufstieg
Unterwegs auf Tour
Von Obersteinbach aus führen mehrere Wanderwege in die Umgebung. Da ich bei meinem Besuch gezielt zum Felsentor wollte, habe ich den direkten Weg gewählt. Geparkt habe ich an der Rue Principale, am Straßenrand gibt es mehrere Parkmöglichkeiten. Ich habe direkt beim Restaurant Au Wachtfels geparkt.
Der Weg startet in der Rue du Wachtfels. Am Ende der Straße ist das Felsmassiv bereits im Wald zu erkennen. Hier geht es zunächst nach links, dann in einer Kehre wieder rechts den Hang hinauf. Oberhalb des Ortes, an einer Weggabelung mit Bank, bietet sich ein erster Blick ins Tal. Ab hier steht man oberhalb des Wachtfelsens.
Der weitere Verlauf ist nicht eindeutig ausgeschildert. Ich habe an dieser Stelle meine Komoot-Karte genutzt, um den Abstieg zum Felsentor zu finden. Man geht vorsichtig den Hang hinunter, bis das Felsentor sichtbar wird. Einen klaren Wanderweg gibt es hier nicht.
Am Felsplateau und direkt am Felsentor ist Vorsicht geboten: Es gibt keine Absicherungen. Am Felsen waren Seilsicherungen zu sehen, da hier geklettert wird. Wie auch im Pfälzer Wald kann es zeitweise zu Sperrungen einzelner Felsen kommen, etwa während der Brutzeit seltener Vogelarten wie dem Wanderfalken.
Ruine Klein-Arnsberg
Nur etwa 650 Meter vom Wachtfels entfernt liegt die Ruine Klein-Arnsberg (Petit Arnsbourg). Die Ruine ist frei zugänglich und bietet ebenfalls einen Blick ins Tal. Sie lässt sich gut in eine kurze Wanderung einbinden.
Fotografieren – Brennweiten und Technik
Um den gesamten Felsen mit dem Felsentor ins Bild zu bekommen, ist ein Superweitwinkel hilfreich, da auf dem Plateau nur wenig Abstand zum Motiv möglich ist. Einige Aufnahmen habe ich mit dem Smartphone und einer DX-Kamera gemacht. Um den Felsen vollständig abzubilden, habe ich zusätzlich eine Insta360 X5 genutzt. Mit der 360-Grad-Kamera lässt sich der gesamte Raum erfassen. Die Bilder weisen zwar deutliche Verzerrungen auf, wirken aber sehr eindrucksvoll.
Für Landschaftsaufnahmen durch das Felsentor eignen sich Weitwinkel- bis Normalbrennweiten zwischen etwa 16–50 mm (Vollformatäquivalent). Damit lassen sich sowohl der Sandsteinrahmen als auch das Tal im Bild halten, ohne starke perspektivische Verzerrungen.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?
Der Wachtfels und die Ruine sind ganzjährig zugänglich. Bei Nässe oder Schnee kann der Zugang jedoch rutschig sein.
Wer die Sonne im Felsentor fotografieren möchte, sollte im Winter und bei klarer Sicht kommen. Die tief stehende Wintersonne fällt morgens von links am Rand des Felsens ins Bild. Vegetativ ist die Umgebung zwischen Frühling und Herbst abwechslungsreicher. Rund um das Plateau wachsen Heidesträucher, die im August zur Blüte violette Farbakzente setzen. Nachts soll der Felsen beleuchtet sein und bietet dann ebenfalls ein interessantes Fotomotiv.
Weitere Ziele in der Nähe
- Wasigenstein: Die Doppelburgruine liegt nahe der deutsch-französischen Grenze. Zwei benachbarte Felsburgen stehen sich hier auf engem Raum gegenüber.
- Rocher des Bohémiens: Der Zigeunerfels bei Niedersteinbach ist eine markante Buntsandsteinformation. Neben Felsstrukturen sind auch Relikte einer kleinen Burg und in den Fels gehauene Treppenstufen zu sehen. Besonders auffällig ist die Seitenansicht, bei der der Fels herzförmig wirkt.
- Château de Fleckenstein: Die Burg Fleckenstein liegt nahe Hirschthal an der französischen Grenze und zählt zu den größten Felsenburgen der Nordvogesen.
Hinweise für Camper
Camping du Fleckenstein, 67510 Lembach
In der Nähe der Burg Fleckenstein befindet sich ein Campingplatz:
https://www.lembach.fr/camping/
Mehr vom Pfälzerwald findet Ihr hier
https://fototour-deutschland.de/dji-air2s-der-pfaelzer-wald-aus-der-drohnenperspektive/
Kommentare
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