Dji Air2S, der Pfälzer Wald aus der Drohnenperspektive


Spontan fahre ich Mitte Januar mit meinem Kollegen Günter in das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Früher dachte ich immer, die größten Wälder Deutschlands würden in Bayern oder im Schwarzwald zu finden sein. Tatsächlich liegen diese aber im Süden meines Heimat-Bundeslandes Rheinland-Pfalz, es ist der Pfälzer Wald.

Hinter Kaiserslautern erhebt sich das Mittelgebirge auf eine Höhe von 200 bis 672 Metern. Seine dichten Wälder gehen auch auf der französischen Seite weiter. Zusammen mit den Nordvogesen bilden sie das UNESCO Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Schon von weitem kann ich auf der Fahrt von Neuwied in den Süden, von der Autobahn A61 aus den Pfälzer Wald erkennen. Nachdem wir den Hunsrück und den Rheingau passiert haben, gelangen wir in die große flache Rheinebene. Dominant erheben sich im Westen die dunklen bewaldeten Hänge des Pfälzer Waldes.

Neben den dichten Wäldern gibt es zwei Dinge, welche den Pfälzer Wald so einzigartig machen. Erstens sind es an die 20 Burgen und Schlösser und zweitens ist es die prägende Gesteinsart, der roter Bundsandstein. Sandstein ist ein weicher Stein, er verwittert schnell und bildet häufig skurrile Formen. Am bekanntesten ist dabei der Teufelstisch im Hinterweidenthal. Der für mich schönste Abschnitt liegt rund um die Orte Dahn und Annweiler. Hier erheben sich auf kleinstem Raum unglaublich fotogene Felsformationen aus der Ebene. Es gibt hier sogar eine Landschaft, die Dahner Felsenland heißt. Sie steht für viele Felsen und Burgen in Dahn und stimmt mit der gleichnamigen Verbandgemeinde überein. Aber auch im weiteren Umkreis gibt es grandiose Felsen, wie den Rötzenfelsen oder die Geiersteine. Der Mix aus Kegelbergen, Burgruinen, Felsformationen und dichten Wäldern macht den Pfälzer Wald so unglaublich rau und fotogen.

FC3411|1/160 sec|f/2.8|ISO100|14.01,08:53|8.4 mm|
FC3411|1/160 sec|f/2.8|ISO110|14.01,08:54|8.4 mm|

Die meisten Felsen sind tief im Wald versteckt und ragen nur an wenigen Stellen hervor. Am besten sind die Felsen aus der Drohnenperspektive sichtbar. Leider ist der Drohnenflug aber fast überall verboten, große Gebiete sind als FFH-Vogelschutzgebiete deklariert. Einige Orte sind zur Brutzeit im Frühling sogar für Wanderer verboten, beispielweise die Spitze des Rötzenfelsen. Dort brüten seltene Wanderfalken. Einst fast ausgestorben, schätzt man heute die Anzahl auf grade mal 600 Paare in Deutschland. Vom Turmfalken soll es hingegen an die 50.000 Paare geben.

Ich habe vor der Brutsaison für den Januar eine Sondererlaubnis für einen Flug bekommen. Folgende 5 große Felsformationen will ich aus der Drohnenperspektive fotografieren:

  • Rötzenfels
  • Lämmerfelsen und Büttelfels
  • Hochstein und Haferfels

FC3411|1/800 sec|f/2.8|ISO100|13.01,16:02|8.4 mm|
FC3411|1/640 sec|f/2.8|ISO100|13.01,16:03|8.4 mm|
X-H1|2.3 sec|f/4.0|ISO400|13.01,18:38|13.2 mm|

Alle sind mächtige Felsriffe und vom Boden aus nicht gut zu fotografieren. Der Rötzenfelsen liegt bei Gossersweiler-Stein und ist ein 100 Meter langer Felsen, seine Wände fallen 50 Meter tief ab. An seiner Spitze steht ein Gipfelkreuz. Erst aus der Drohnenperspektive sieht man, wie gewaltig die Felswände sind.

Der Lämmerfelsen und der Büttelfelsen sind zwei längliche Felsen. Sie liegen sich auf zwei Hügeln gegenüber. Bei meinem letzten Besuch 2018 war der Büttelfelsen komplett im Wald eingewachsen. Mittlerweile ist der Wald auf einer Seite freigerodet und er kann auch von unten gut fotografiert werden.

FC3411|1/250 sec|f/2.8|ISO100|13.01,16:17|8.4 mm|
FC3411|1/1500 sec|f/2.8|ISO100|13.01,16:14|8.4 mm|

Der Hochstein ist mit einem Kilometer Länge und hohen Steilwänden das größte Felsmassiv im Pfälzer Wald. Im vorderen Abschnitt liegt der Haferfels, der einen grandiosen Blick auf die Altdahner Burgengruppe bietet. Am Ende des Tages haben wir aber nur 4 Felsen besucht. Der Weg zum Haferfels war in einem schlechten Zustand, umgestürzte Bäume und zerstörte Wege blockierten den Weg. An einer Stelle hätten wir auch eine schräge Felswand von 2 Metern überwinden müssen. Wir haben daher die Wanderung zum Haferfels abgebrochen.

Das Ergebnis der Drohnenflüge ist beeindruckend: mächtige Felsriffe, gewaltige Steilwände und ein einsames Gipfelkreuz zeigten den Pfälzer Wald von seiner schönsten Seite.

FC7303|1/30 sec|f/2.8|ISO100|14.01,16:29|4.5 mm|
X-S10|1/750 sec|f/4.2|ISO640|13.01,16:44|104.9 mm|

FC3411|1/500 sec|f/2.8|ISO100|14.01,16:03|8.4 mm|

Falls Ihr die vier Felsen besuchen wollt, findet Ihr hier die Route und die Parkplätze:

Rötzenfelsen
Sportplatz SV Gossersweiler-Stein
76857 Gossersweiler-Stein
1.5 Kilometer Aufstieg bis zum Rötzenfelsen.

Lämmerfelsen und Büttelfelsen
Sportpark Dahn
Eybergstraße 4, 66994 Dahn
Rundwanderung von 2,8 Kilometern an beiden Felsen vorbei.

Hochstein
Schlossstraße 25, 66994 Dahn
Weiter zum Wanderparkplatz Altdahner Burgengruppe.
1 Kilometer Wanderung zum Hochstein.







2 Comments


Andreas Pacek
9. Februar 2022 at 23:08
Reply

Hallo Michael, Danke für deinen Kommentar. Ich bin auch Tourismus/Auftragsfotograf, da war es für mich immer Standard vorher die Drohnen-App zu checken. Ich bin auch absoluter Raubvogel-Fan, ich freue mich über jeden Falken / Eule.



Michael Lauer
9. Februar 2022 at 7:47
Reply

Hallo Andreas,
das sind sehr schöne Eindrücke aus der Luft, die du da gesammelt hast. Vielen Dank, dass Du auf die Situation mit den FFH Gebieten bei uns hinweist und dich entsprechend verhalten hast. Das ist leider nicht selbstverständlich und sogar viele einheimische, die eigentlich mit der Thematik und den Regeln vertraut sein sollten, respektieren diese Gebiete und Sperrungen nicht.
Grüße aus der Pfalz, Michael



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